BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Fraktion der GRÜNEN im Rheinisch-Bergischen Kreis

Einsparungen im öffentlichen Nahverkehr

Grüne Fraktion fordert Kurskorrektur angesichts globaler Energiekrise und lehnt die Einsparungen ab

24.03.26 –

Aufgrund der chronischen Unterfinanzierung der kommunalen Haushalte beschloss der Kreistag des Rheinisch-Bergischen Kreises auf seiner Sitzung am 23. März 2026 ein umfassendes Sparpaket für den ÖPNV. 36 Einzelmaßnahmen sollen bis 2029 insgesamt 19 Millionen Euro einsparen – das bedeutet rund 1,7 Millionen Euro weniger Ausgaben pro Jahr. Auf diese Weise sollen die stark belasteten Kreisfinanzen stabilisiert werden.

Wir von den GRÜNEN im Rheinisch‑Bergischen Kreis finden die Sparvorschläge der Kreisverwaltung zwar gut durchdacht – aber viel zu weitreichend. „Wir stehen weiter zu unserer Verantwortung gegenüber den Kommunen, aber Kürzungen von diesem Ausmaß werden wir nicht mittragen,“ sagt Co‑Fraktionsvorsitzende Ursula Ehren.

Die Schließung veralteter Ticketverkaufsstellen ist nachvollziehbar, doch die Kürzung von Nachtfahrten und damit die Reduzierung von Mobilitätsangeboten für junge Menschen in ländlichen Regionen kritisieren wir scharf. Solange kein überzeugendes Alternativangebot vorliegt, können wir nicht akzeptieren, dass Taktzeiten pauschal verschlechtert und Verbindungen in den Randzeiten reduziert werden. Jugendliche, Berufspendler*innen und alle, die sich kein Auto leisten können, sind davon besonders stark getroffen. „Mit diesen Eingriffen in den ÖPNV werden diejenigen im Stich gelassen, für die Mobilität Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bedeutet,“ erklärt Maik Außendorf, Vorsitzender des Ausschusses für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur im RBK und Grüner.

Angesichts der Empfehlungen der Internationalen Energieagentur zu Homeoffice und ÖPNV als zentrale Maßnahmen zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs sowie der aktuellen geopolitischen Lage muss die Politik hier schnell und nachhaltig handeln. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ist ein dauerhaft unkalkulierbares Risiko. Es ist unverantwortlich und sozial ungerecht den ÖPNV jetzt weiter zu schwächen. Wir fordern die Kreisverwaltung auf, das Sparangebot zu überarbeiten und stattdessen in nachhaltige Mobilitätslösungen zu investieren. „Es geht nicht um kurzfristige Einsparungen, sondern um eine zukunftsorientierte und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur,“ betont Co‑Fraktionsvorsitzende Dagmar Keller‑Bartel. „Der ÖPNV ist die beste Alternative zum Auto – aber nur, wenn er zuverlässig, bezahlbar und flächendeckend verfügbar ist.“

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